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Projektkoordination: Dr. phil. Thorsten Galert, M.A.
Laufzeit: 10/08–9/11
Förderung: Volkswagen Stiftung
Tiefe Hirnstimulation in der Psychiatrie. Empfehlungen zur verantwortlichen Erforschung und Anwendung
Seit einigen Jahren wird die Tiefe Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation, DBS) als Behandlungsmöglichkeit für verschiedene psychiatrische Störungen untersucht. Zwar gibt es noch keine verlässlichen Ergebnisse zu ihrer Wirksamkeit, aber erste Befunde sind durchaus vielversprechend. Dennoch werden Versuche, DBS in der Psychiatrie zu etablieren, vielerorts argwöhnisch verfolgt, weil sie als wenig willkommenes Wiederaufleben der Psychochirurgie wahrgenommen werden. Zum Teil lässt sich diese Besorgnis leicht zerstreuen, da sie sich auf veraltete neurochirurgische Methoden bezieht. Dagegen bedürfen andere Bedenken gegen die Verwendung der DBS in der Psychiatrie sehr wohl einer sorgfältigen Prüfung.
Ziel des Projektes ist es zu untersuchen, auf welche Weise anerkannte psychiatrische Forschungs- und Praxisstandards modifiziert werden müssen, damit sie den besonderen Erfordernissen der DBS gerecht werden. Zu den besonders wichtigen Themen zählen hierbei die Auswahl von Studienteilnehmern und Patienten, die Anforderungen an Untersuchungsprotokolle, das Vorgehen beim Einholen von Einverständniserklärungen in klinischer Forschung und Praxis, die Gewährleistung der Patientenautonomie und die Beurteilung langfristiger Nebenfolgen. Die Projektgruppe besteht aus international führenden Spezialisten der relevanten klinischen Disziplinen Neurochirurgie, Psychiatrie, Neurologie und Neuropsychologie sowie aus Experten für Medizinrecht und Medizinethik. Es ist ihr Ziel, ein Einvernehmen zu den notwendigen ethischen und methodologischen Standards herzustellen und Empfehlungen zu formulieren für die verantwortliche Erforschung und Anwendung der Tiefen Hirnstimulation in der Psychiatrie.
Projektgruppe
Professor Dr. med. Thomas E. Schläpfer, Bonn (Vorsitz);
Professor Joseph J. Fins, M.D., F.A.C.P., Ithaca/NY (USA);
Cynthia S. Kubu, Ph.D., M.A., Cleveland/OH (USA);
Professor Helen S. Mayberg, M.D., F.R.C.P.C., Atlanta/GA (USA);
Professor Dr. jur. Reinhard Merkel, Hamburg;
Professor Bart Nuttin, M.D., Ph.D., Leuven (Belgien);
Professor Dr. med. Volker Sturm, Köln.
Projektkoordination: Dr. phil. Thorsten Galert, M.A.
Tel./e-mail: +49 (0) 2641 973-307 • thorsten.galert
ea-aw.de
Weitere Links zu "Hirnforschung/Neurowissenschaften"
Projektgruppe „Potentiale und Risiken des pharmazeutischen Enhancements psychischer Eigenschaften“
Projektgruppe „Eingriffe in die Psyche. Neue Interventionsmöglichkeiten als gesellschaftliche Herausforderungen“
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Band „Intervening in the Brain. Changing Psyche and Society“ der Reihe „Ethics of Science and Technology Assessment“ Nr. 29, Springer-Verlag, 2007
Focus „Perspectives on Psychopharmacological Enhancement“, Newsletter 73/2007
Focus „Moral Responsibility, Criminal Law and the Neurosciences“, Newsletter 68/2007
Focus „Deep Brain Stimulation. Neuromodulation Therapies for Psychiatric Disorder and their Ethical Implications“, Newsletter 65/2006
Focus „Getting wired. Electronic Implants connecting to the Human Central Nervous System“, Newsletter 52/2005
Interdisziplinäre Klausurwoche „Aktuelle Entwicklungen in Psychiatrie und Neurowissenschaften“, 10/2007
Fachgespräch „Intervening in Psychic Capacities. Neuroscience, Pharmacology, and the Medicalisation of New Spheres of Life“, 5/2003
Vortrag Professor Dr. E. Pöppel: „Wie arbeitet das Gehirn?“, 6/1999

