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10.02.12

Unabsichtliches Handeln? Handlungstheoretische und rechtsphilosophische Grundlagen der Fahrlässigkeit (Arbeitstitel)

Rechtlich ist man nicht nur für absichtliches oder vorsätzliches Handeln verantwortlich, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch für unabsichtliches oder fahrlässiges Handeln. Fraglich ist aber, was eine Handlung, die nicht absichtlich ist, eigentlich ethisch und rechtlich relevant macht. Ziel dieser Arbeit ist, zu klären, was unter Verantwortlichkeit für fahrlässiges Handeln zu verstehen ist. Zu fragen ist dabei, ob die Redeweise „fahrlässiges Handeln“ (vgl. § 15 des deutschen Strafgesetzbuches) überhaupt eine sinnvolle ist. Ausgangspunkt ist die rechtswissenschaftliche und rechtsphilosophische Diskussion um die richtige Erklärung der deliktsrechtlichen Fahrlässigkeitshaftung. Je nachdem, ob deren Funktion in der Verschuldenshaftung, im Schadensausgleich oder in der Schadensvermeidung gesehen wird, ändert sich die Konkretisierung des Begriffs der Fahrlässigkeit. Ein grundlegendes Problem ist in der Rechtswissenschaft zudem, ob und inwieweit die Struktur fahrlässigen Handelns im Strafrecht und im zivilrechtlichen Deliktsrecht übereinstimmt. Auf der Grundlage einer systematischen Klärung der Positionen und Argumente dieser Debatten erfolgt eine handlungstheoretisch fundierte Analyse der Struktur fahrlässigen Handelns. Zentral ist dabei die Abgrenzung von fahrlässigen Handlungen und Unterlassungen; außerdem wird die moralphilosophische Lehre von der doppelten Wirkung auf ihre Relevanz für die ethische und rechtliche Bewertung von Fahrlässigkeit hin untersucht. Ziel ist die Entwicklung eines Fahrlässigkeitsbegriffs, dessen Adäquatheit zur Explikation der deliktischen Fahrlässigkeitshaftung aufgezeigt werden soll.

Die Dissertation von Katja Stoppenbrink, LL.M., M.A., wird von Professor Dr. phil. Michael Quante (Philosophisches Seminar) an der Universität zu Köln betreut.

 

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Weitere Informationen

  • Kontakt: Katja Stoppenbrink, LL.M., M.A.

  • Betreuung: Professor Dr. Michael Quante (Universität zu Köln)

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