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17.05.12

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Eingriffe in die Psyche. Neue Interventionsmöglichkeiten als gesellschaftliche Herausforderungen

In den vergangenen Jahrzehnten haben die Neurowissenschaften einer Reihe neuer Eingriffe in das Gehirn den Weg gebahnt: So kann mit Neuroprothesen Hirnaktivität aufgezeichnet und beeinflusst werden (z. B. Hirnstammimplantate für Gehörlose). Bei der Tiefen Hirnstimulation werden Hirnregionen mit Hilfe permanent implantierter Elektroden elektrisch stimuliert. Und im Zuge einer Hirngewebetransplantation werden kleine Mengen von Nervengewebe in das Gehirn injiziert.
Obwohl mit den genannten neurochirurgischen Verfahren bereits vielversprechende neue Therapieoptionen für neurologische Störungen (z.B. Morbus Parkinson) und psychiatrische Erkrankungen (z.B. Zwangsstörungen) etabliert werden konnten, wird ihre Entwicklung auch von kritischen Stimmen begleitet. So wird befürchtet, derartige Eingriffe in das Gehirn könnten unerwünschte Nebenwirkungen im psychischen Bereich haben, womöglich gar die personale Identität behandelter Patienten verändern. Andere Bedenken betreffen die Möglichkeit der Nutzung neuer Medizintechniken jenseits therapeutischer Zwecke zur optimierenden Einflussnahme auf kognitive Fähigkeiten und emotionale Befindlichkeit. Am ehesten kann eine solche Steigerung (Enhancement) psychischer Eigenschaften über das normale bzw. unbeeinträchtigte Maß hinaus gegenwärtig durch Psychopharmaka realisiert werden (vgl. Projekt „Potentiale und Risiken des pharmazeutischen Enhancements psychischer Eigenschaften“). Deshalb wurden im Projekt neben gänzlich neuen Interventionsformen auch jüngere Entwicklungen im Bereich der Psychopharmakologie untersucht.
Das Ergebnis des Projektes ist eine ausführliche Darstellung gegenwärtiger Anwendungen sowie eine kritische Beurteilung absehbarer Entwicklungen aller genannten Interventionsmöglichkeiten, an die sich eine Analyse möglicher Folgen ihrer Nutzung sowohl auf individueller als auch auf sozialer Ebene anschließt.

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Projektgruppe

  • Professor Dr. jur. Reinhard Merkel, Hamburg (Vorsitzender)

  • Dr. Gerard Boer, Amsterdam

  • Professor Dr. med. Jörg Fegert, Ulm

  • Professor Dr. phil. Dirk Hartmann, Essen

  • Professor Dr. Bart Nuttin, Leuven

  • Priv.-Doz. Dr. med. Steffen Rosahl, Freiburg

 

Projektkoordination: Dr. phil. Thorsten Galert, M.A.

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Hirnforschung/Neurowissenschaften

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