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Projektkoordination: Dr. phil. Margret Engelhard, Dipl.-Biol.
Dokumentation: Graue Reihe 46: „Clinical research in minors and the mentally ill”, 11/2008
Laufzeit: 12/08–6/11
Förderung: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation, Europäische Akademie GmbH
Klinische Forschung in vulnerablen Populationen
Die therapeutische Versorgung vulnerabler Populationen, d. h. von nicht oder nur eingeschränkt einwilligungsfähigen Patientengruppen wie zum Beispiel Minderjährigen und psychisch Kranken, ist mangelhaft. So ist zum Beispiel ein großer Teil der Kindern und Jugendlichen verabreichten Pharmazeutika nicht speziell für diese zugelassen, was unverhältnismäßig häufig zu Nebenwirkungen führt. Darüber hinaus gibt es in vulnerablen Populationen für viele Krankheiten überhaupt keine Therapien, so dass zum Beispiel Kinder und Demenzkranke als „therapeutische Waisen“ angesehen werden müssen. Es ist daher eine dringende Aufgabe, klinische Forschung in vulnerablen Populationen zu fördern und damit die therapeutische Situation der Betroffenen zu verbessern.
Klinische Forschung in vulnerablen Populationen ist allerdings mit einer Reihe ethischer, rechtlicher und ökonomischer Probleme verbunden. Unter anderem ist zu klären, in welchem Ausmaß mit Risiken verbundene Forschung in vulnerablen Populationen moralisch und rechtlich überhaupt zulässig ist. Klinische Forschung in kleinen Patientengruppen (z.B. Babys, Kleinkinder oder Jugendliche) ist sowohl komplex als auch zeitaufwendig und dementsprechend teuer, so dass sich zudem die Frage stellt, wie diese Forschung durch neue Anreize stimuliert werden kann. Außerdem ist es sowohl für die forschende Arzneimittelindustrie als auch für Universitäten ein großes Problem, eine ausreichende Anzahl an Probanden zu rekrutieren. Hier stellt sich die Frage nach geeigneten Anreizsystemen. Zudem ist zu diskutieren, ob die offenkundige Globalisierung klinischer Forschung nicht zu einem „Forschungs-Kolonialismus“ führt, mit einer aus moralischer Perspektive zu kritisierenden Ungleichverteilung von Nutzen und Risiken.
In dem Projekt sollen Vorschläge für eine Verbesserung der klinischen Forschung und damit auch eine Verbesserung der therapeutischen Versorgungssituation von vulnerablen Populationen entwickelt werden.
Projektgruppe
Professor Dr. phil. Dr. phil. h.c. Carl Friedrich Gethmann, Bad Neuenahr-Ahrweiler (Sprecher);
Kalle Hoppu, M.D., Ph.D., Helsinki, Finnland;
Professor Dr. med. Annette Grüters-Kieslich, Berlin;
Professor Dr. rer. nat. Ursula-Friederike Habenicht, Berlin;
Professor Dr. med. Hanfried Helmchen, Berlin;
Professor Dr. med. Dr. h.c. Günter Stock, Berlin;
Priv.-Doz. Dr. med. Felix Thiele, M.Sc., Bad Neuenahr-Ahrweiler;
Benedetto Vitiello, M.D., Bethesda, USA.
Projektkoordination: Dr. phil. Margret Engelhard, Dipl.-Biol.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dipl.-Päd. Ulrike Henckel


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