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11.02.12

Philosoph Thorsten Galert spricht vor Schülerparlament über Hirnforschung

Sonntag, 16. August 2009

Der Philosoph Dr. Thorsten Galert von der Europäischen Akademie GmbH sprach im Juli beim Schülerparlament im Bayerischen Landtag in München während eines Expertenhearings über medizinethische und rechtliche Aspekte der Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Einwilligungsfähigkeit. Das Thema der gesamten Veranstaltung, organisiert von „Wissenschaft im Dialog“, hieß „Hirnforschung: Eine Debatte um die Grenzen und Möglichkeiten der Wissenschaft“.

 Im Rahmen dieses Schülerparlaments setzten sich rund 100 Schülerinnen und Schüler aus München und Umgebung an zweieinhalb Tagen intensiv mit Fragen rund um dieses Thema auseinander. Dabei diskutierten sie nicht nur die Bedeutung der Hirnforschung für Innovationen in Technik und Wirtschaft, sondern auch die Auswirkungen auf den Alltag der Menschen, ihre Kultur und Gesellschaft. In Arbeitsgruppen wurden Experten befragt und deren Thesen anschließend im Plenum debattiert. In einem simulierten parlamentarischen Verfahren wurden daraufhin „Gesetzesinitiativen“ auf den Weg gebracht.

 Galert informierte die Schülerinnen und Schüler in seiner Arbeitsgruppe zum einen über die Kriterien, anhand derer im klinischen Bereich über die Entscheidungsfähigkeit von Patienten entschieden wird; zum anderen sprach er über die rechtlichen Regelungen, die bei Therapieentscheidungen über nicht oder nur eingeschränkt einwilligungsfähige Personen greifen. Anschließend wurde die Möglichkeit erweiterter Patientenverfügungen diskutiert: Personen könnten im Anfangsstadium einer neurodegenerativen Erkrankung Vorgaben dazu formulieren, wie sie im Fall ihrer späteren Einwilligungsunfähigkeit behandelt zu werden wünschen. Hier einigte sich die Arbeitsgruppe auf die Forderung, Ärzte sollten betroffene Patienten verstärkt auf die Möglichkeit zum Abfassen einer solchen Verfügung aufmerksam machen.

 Galert beschäftigt sich an der Europäischen Akademie GmbH derzeit unter anderem mit Fragen der Patientenautonomie bei Anwendungen der Tiefen Hirnstimulation in der Psychiatrie. Im Rahmen früherer Projekte untersuchte er, in welcher Weise Personen sich in der Folge von Eingriffen am Gehirn verändern könnten und welche ethische Relevanz solchen Veränderungen zukommt. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt betrifft das Schlagwort „Hirn-Doping“, also die Frage nach nicht-therapeutischen Nutzungsformen von Eingriffen am Gehirn (sei es durch Psychopharmaka oder Neurotechniken).

 Zum Thema „Potentiale und Risiken des pharmazeutischen Enhancements psychischer Eigenschaften“ wird die Europäische Akademie im Oktober ein Memorandum der gleichnamigen Projektgruppe veröffentlichen.

 Das Ergebnispapier mit allen vom Schülerparlament verabschiedeten Initiativen steht unter www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/partizipative-brformate/schuelerparlamente.html zum Download bereit.

 

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