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Europäische Akademie GmbH legt neue Studie zum Klimaschutz vor: Konkretisierungsstrategien für Art. 2 der UN-Klimarahmenkonvention
Dienstag, 31. August 2004
Bad Neuenahr-Ahrweiler, August 2004. Das Ziel der Klimarahmenkonvention der UN ist es, schädliche, vom Menschen hervorgerufene Klimaveränderungen zu vermeiden. Eine Konkretisierung hinsichtlich der internationalen Verpflichtungen der Rahmenkonvention ist jedoch bisher nicht erfolgt. Vor diesem Hintergrund hat sich die Studie der Europäischen Akademie GmbH im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) mit der Konkretisierungs- und Rechtfertigungsproblematik des Klimaschutzziels der Rahmenkonvention befasst und konkrete Vorschläge für ihre international verbindliche Konkretisierung vorgelegt.
Durchgeführt wurde die Studie von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, die sich am 6. Mai 2002 anlässlich der Endpräsentation des Akademieprojekts „Klimavorhersage und Klimavorsorge“ in Berlin konstituierte. Die Arbeitsgruppe bestand aus folgenden Mitgliedern: Professor Gernot Klepper, Ph.D. (Institut für Weltwirtschaft, Kiel), Professor Dr. Konrad Ott (Universität Greifswald), Achim Schäfer (DUENE e.V., Greifswald), Dr. Jürgen Scheffran (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung/PIK), Detlef Sprinz, Ph.D. (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung/PIK) sowie als Studienleiter Dr. Stephan Lingner (Europäische Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH).
Mit der Ratifizierung der Klimarahmenkonvention hat sich die internationale Gemeinschaft ein verbindliches, wenn auch allgemein formuliertes Ziel zur Abwendung von Gefährdungen durch einen anthropogen verursachten Klimawandel gesetzt. In Bezug auf die kommenden Verpflichtungsperioden des Kyoto-Protokolls und die zu ergreifenden Maßnahmen sind jedoch weitere Konkretisierungen des Klimaschutzziels hinsichtlich der Festlegung tolerierbarer Konzentrationen und Emissionen von Treibhausgasen erforderlich. Die vorliegende Studie zielt daher auf die Erarbeitung einer gerechtfertigten und an der politischen Praxis ausgerichteten Basis für die Spezifizierung des Oberziels der Klima-rahmen-konvention und weiterer relevanter Entscheidungen auf der internationalen Ebene.
Hierzu entwickelte die Arbeitsgruppe eine ethische Bewertungsmatrix zur Beurteilung möglicher Entwicklungspfade der künftigen Emission von Treibhausgasen. Auf der Basis der Klimarahmenkonvention, der obigen Bewertungsmatrix und der Energie-Szenarien des „SRES“ (Special Report on Emission Scenarios) empfehlen die Autoren den Akteuren eine Entwicklung zugunsten des Szenario „B1“ in Richtung globaler Dekarbonisierung und zugunsten globaler Gerechtigkeits- und Nachhaltigkeitsziele. Diese Empfehlung stützt sich u.a. auf die festgestellte ethische Konvergenz hin zu niedrigen Treibhausgaskonzentrationen.
In wieweit diese legitimen Ziele auch tatsächlich erreichbar sind, hängt maßgeblich von der Verhandlungspolitik der intermediären Staatengruppe Russlands, Chinas und der G77 sowie ihrer möglichen Rückwirkung auf die transatlantischen Differenzen hierüber ab.
Die Ergebnisse dieser Studie dienen der Orientierung deutscher und europäischer Akteure für die Fortsetzung einer wirksamen und akzeptablen internationalen Klimapolitik.
Publikation:
Konrad Ott, Gernot Klepper, Stephan Lingner, Achim Schäfer, Jürgen Scheffran, Detlef Sprinz (2004) Konkretisierungsstrategien für Art. 2 der UN-Klimarahmenkonvention. Band 37 der Publikationsreihe „Graue Reihe“ der Europäischen Akademie GmbH (Hrsg. C.F. Gethmann)
Die Studie (deutsche und englische Version) kann unter folgender Internetadresse kostenlos herunter geladen werden: www.europaeische-akademie-aw.de.
Ansprechpartner für die Presse:
Dr. rer. nat. Stephan Lingner, Dipl.-Geol.
Dipl.-Päd. Sevim Kiliç
Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen
wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH
Tel. 02641/973-306, -313
Fax 02641/973-320
Email Stephan.Lingner@dlr.de
Sevim.Kilic@dlr.de


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