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Ahrtalgespräch: "Selbstbestimmung am Ende des Lebens?"
Donnerstag, 18. November 2004
Bad Neuenahr-Ahrweiler, 17. November 2004. – Zum Thema „Selbstbestimmung am Ende des Lebens?“ veranstaltete der Verein der Förderer der Europäischen Akademie in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler auch in diesem Herbst das Ahrtalgespräch im Rathaussaal der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Referenten Professor Dr. Dieter Birnbacher (Philosophisches Institut, Düsseldorf), Professor Dr. Dr. h.c. Dieter Kettler (Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin, Göttingen) und Professor Dr. Eberhard Schockenhoff (Institut für Systematische Theologie, Freiburg) versuchten, dieses heikle und für den Betroffenen sehr persönliche Thema unter verschiedenen Gesichtspunkten zu diskutieren.
Die Referenten berichteten und diskutierten darüber, dass durch den medizinisch-technischen Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte das Ende des eigenen Lebens für den Menschen in Grenzen gestaltbar geworden ist. Dies führe jedoch bei vielen Menschen auch zu neuen Ängsten: Eine Lebensverlängerung unter entwürdigenden Umständen ist denkbar, oder auch der Verdacht, dass nicht der eigene Wille, sondern Interessen anderer (zum Beispiel zur Ermöglichung einer Organentnahme) entscheiden. Viele Menschen erwögen, durch Verfügungen über die Umstände des eigenen Sterbeprozesses im Voraus Bestimmungen zu treffen. Abgesehen von den Unsicherheiten über angemessene Inhalte solcher Verfügungen werde ihre Verbindlichkeit beispielsweise für Ärzte und Pfleger unterschiedlich eingeschätzt. Solchen Verfügungen stehe außerdem die verbreitete religiöse Überzeugung entgegen, dass der Mensch nicht über das Ende des eigenen Lebens verfügen dürfe. Kontrovers würden heute auch die moralischen und rechtlichen Pflichten des Arztes in der Sterbephase diskutiert.
Die Bioethik-Kommission des Landes Rheinland-Pfalz und die Enquetekommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“ des Deutschen Bundestages haben zu diesen diskutierten Fragen sehr unterschiedliche Empfehlungen abgegeben. Eine Empfehlung des Nationalen Ethikrats ist geplant. Die Referenten des Ahrtalgesprächs versuchten, die vielen einschlägigen Aspekte der Frage aus der Sicht der philosophischen Ethik, der Theologie und der Medizin zu erörtern. Anschließend gab es Gelegenheit zur Diskussion zwischen Referenten und Publikum.
Die vollständige Pressemitteilung kann im Folgenden heruntergeladen werden.
Ansprechpartner für die Presse:
Petra Hermann, Friederike Wütscher
Europäische Akademie zur Erforschung
von Folgen wissenschaftlich-technischer
Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH
Wilhelmstraße 56
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Tel. 02641 / 973-303, -311
Fax 02642 / 973 320
Email petra.hermann@ea-aw.de, friederike.wuetscher@ea-aw.de
- Dokumente
PresseMitteilung-Ahrtalgespraech_11.2004.doc (90 KB)


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