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Neu erschienen: „Die Verantwortung des Politikers“ von Helmut Schmidt, Peter Janich und Carl Friedrich Gethmann
Mittwoch, 26. März 2008
Bad Neuenahr-Ahrweiler, 27. März 2008. – Das Buch „Die Verantwortung des Politikers“ von Helmut Schmidt, Peter Janich und Carl Friedrich Gethmann geht auf die Vergabe des Ehrendoktortitels in Philosophie an Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt an der Universität Marburg im vergangenen Jahr zurück. Die Einführung in das Thema von Professor Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann, Direktor der Europäischen Akademie GmbH, Professor für Philosophie an der Universität Duisburg-Essen und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie, diskutiert die Rolle der Vernunft in der Politik. Die philosophisch einschlägige Botschaft, die den Schriften von Helmut Schmidt und auch seinem konkludenten politischen Handeln zu entnehmen ist, liegt nach Gethmann in der Forderung, das politische Handeln dem Postulat der praktischen Vernunft zu unterstellen. Die Vorstellung, das politische Handeln könne vernünftig sein, d.h. sich an diskursiv ausweisbaren und somit verallgemeinerbaren Standards orientieren, gilt jedoch den meisten Politikern wie auch vielen Vertretern der Wissenschaft von der Politik als Ausweis von Naivität und Realitätsfremdheit. Helmut Schmidt tritt demgegenüber für einen „kategorischen Imperativ für politisches und technologisches Handeln unter Bedingungen einer immer komplexeren Weltgesellschaft auf immer engerem Raum“ ein. Im Interesse einer friedlichen Weltgesellschaft ist demgemäß für einen normativen Universalismus zu plädieren, wie er z.B. in den universellen Menschenrechten und (gemäß Helmut Schmidt:) -pflichten seinen Ausdruck findet.
Gefolgt wird Gethmanns Einführung von einem Beitrag Helmut Schmidts, in dem dieser an sechs Beispielen aus seinem politischen Leben aufzeigt, dass aufgrund vernünftiger Abwägung immer das persönliche Gewissen des Politikers den Ausschlag für Entscheidungen gibt, auch wenn nicht immer nach ausführlichen Entscheidungsprozessen, sondern auch wenn unter Zeitdruck gehandelt wird. Schmidt legt dar, dass religiöse Überzeugungen für den Politiker bei seinen Entscheidungen keine Hilfe darstellen und ihm die Verantwortung nicht abnehmen können.
Publikation:
Helmut Schmidt, Peter Janich, Carl Friedrich Gethmann: Die Verantwortung des Politikers. Fink Verlag 2008, ISBN 978-3-7705-4592-6
- Dokumente
PM_CFGSchmidtFink_26.3.08.pdf (185 KB)


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