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22.05.12

Pressegespräch der Europäischen Akademie GmbH

Donnerstag, 12. Februar 2009

Bonn, 12. Februar 2009. – In einem Pressegespräch im Deutschen Museum in Bonn stellte der Direktor, Professor Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann, den Forschungsbericht 2007–2008 und die aktuellen Projekte der Europäischen Akademie vor.

Die Europäische Akademie GmbH, gegründet 1996 in Bad Neuenahr-Ahrweiler, befasst sich mit der Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen. Arbeitsschwerpunkt ist die interdisziplinäre Erforschung von Themen aus Technik, Umwelt und Medizin mit dem Ziel, in wissenschaftlicher Unabhängigkeit einen Dialog mit Politik und Gesellschaft zu führen. War die Akademie in den ersten zehn Jahren vor allem durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert, so wirbt die Einrichtung seit 2006 erfolgreich verstärkt Drittmittel ein.

Seit Gründung der Europäischen Akademie wurden knapp 30 Projekte abgeschlossen und über 80 Veranstaltungen durchgeführt; in den vergangenen Wochen liefen sechs neue Forschungsprojekte an:

Direktor Gethmann präsentierte den aktuellen Forschungsbericht der Jahre 2007 und 2008, der die Arbeit und Entwicklung der Europäischen Akademie der vergangenen zwei Jahre dokumentiert. Außerdem stellten zwei Projektleiter exemplarisch ihre aktuellen Projektgruppen vor:

Dr. Margret Engelhard sprach zu „Klinische Forschung in vulnerablen Populationen“: Diese Art der Forschung – beispielsweise bei Minderjährigen, Älteren und psychisch Kranken – ist ein zunehmend drängendes Problem, denn ein großer Teil der Kindern und Jugendlichen verabreichten Pharmazeutika wird „off-label“ oder „off-license“ verwendet. Das bedeutet, dass die Pharmazeutika entweder aufgrund fehlender Forschungsdaten keine Zulassung für die Nutzung im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin haben oder dass die Zulassung zumindest nicht für den bestimmten medizinischen Zweck gegeben ist, für den sie genutzt werden. In diesem Projekt sollen Vorschläge für eine Verbesserung dieser Art der klinischen Forschung und damit auch eine Verbesserung der therapeutischen Versorgungssituation von vulnerablen Populationen, die bspw. auch seelisch Kranke einschließt, entwickelt werden.

Dr. Georg Kamp erläuterte sein Projekt „Radioaktive Abfälle“: In der öffentlichen Debatte um die Kernenergie wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Frage der Endlagerung bisher nicht gelöst sei und dass daher die Kernenergie nicht verantwortet werden könne. Die Projektgruppe will die Debatte voranbringen, indem sie die grundlegenden Kriterien des Strahlenschutzes zusammenstellen wird. Dabei sollen die physikalisch-technischen Grundlagen der Auslegung von Endlagern für radioaktive Abfälle und abgebrannte Brennelemente, die für einen sicheren Betrieb und Langzeitabschluss gefordert werden, kritisch überprüft werden. Die Projektgruppe wird rational gerechtfertigte Kriterien für die Beurteilung der verschiedenen Ansätze sowohl hinsichtlich ihrer technischen Erfordernisse als auch hinsichtlich der Erfordernisse eines angemessenen Schutzes von Mensch und Natur erarbeiten.

Die Europäische Akademie wird die Ergebnisse dieser und weiterer laufender Projektgruppen in den kommenden zwei Jahren bei Buchpräsentationen vorstellen und sie somit durch Publikationen Politik und gesellschaftlicher Öffentlichkeit zugänglich machen.

 

Dokumente
PM_Pressegespraech_12022009.pdf (187 KB)
FB_2007-2008_01.pdf (726 KB)
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