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Kreissparkassenvortrag 2011: Vielfalt statt Einfalt. Über die Gestaltung von Finanzsystemen
Donnerstag, 14. April 2011
Bad Neuenahr-Ahrweiler, 14. April 2011. – Beim diesjährigen Kreissparkassenvortrag zur Frage nach der angemessenen Gestaltung von Finanzsystemen legte Professor Dr. oec. publ. Hans-Peter Burghof dar, was wir seiner Meinung nach aus der Krise über die Stabilität und Effizienz von Bankensystemen gelernt haben. Angesichts der aktuellen Entwicklungen in der europäischen Finanzwelt war dies ein Thema, das viele interessierte und für eine angeregte Diskussion im Anschluss an den Vortrag sorgte. Für Burghof, Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen der Universität Hohenheim, kann eine Vielfalt in der Bankenstruktur ein entscheidendes Kriterium für die Stabilität und Effizienz eines funktionierenden Finanzsystems sein.
Der 18. Kreissparkassenvortrag, veranstaltet von der Europäischen Akademie GmbH gemeinsam mit der Kreissparkasse Ahrweiler, fand vor ca. 100 Zuhörern im Steigenberger Hotel Bad Neuenahr statt. Nach einer Begrüßung von Dieter Zimmermann, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ahrweiler, stellte Professor Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann, Direktor der Europäischen Akademie GmbH, den Referenten vor und führte in das Thema ein.
In einem anschaulichen Vortrag machte Burghof deutlich, dass das abstrakte akademische Thema der Gestaltung eines Finanzsystems doch auch für den „Normalverbraucher“ und die Kunden von Regionalbanken von Interesse sein kann: Die Stabilität eines Finanzsystems sei sehr wichtig, da man ja gerade kürzlich gesehen habe, „wie schnell es einem sonst um die Ohren fliegen kann“, so Burghof. Ihm liege vor allem daran, dass eine langfristige Stabilität vor allem durch eine große Vielfalt innerhalb und zwischen den verschiedenen Finanzsystemen erreicht wird. Vor allem in Krisensituationen verhielten sich Institutionen wie Regional- und Großbanken recht unterschiedlich.
Burghof stellte dar, dass auch eine Ausgeglichenheit zwischen Kapitalkreisläufen in der Region auf der einen Seite und dem globalen Kapitalmarkt auf der anderen Seite von großer Bedeutung sei. Die bereits entwickelten europäischen Finanzsysteme, so Burghof, seien durchaus effektiv und der Weg zu neuen Systemen lohne sich oft nicht. Ein dauerhaft „bestes“ System gebe es ohnehin nicht, da sich die Rahmenbedingungen häufig veränderten und eine Neuanpassung ständig nötig sei. Brüssel sehe das allerdings anders, in der EU wolle man die Finanzsysteme harmonisieren und vereinheitlichen, wovon Burghof deutlich abriet, da eine Gleichheit die Krisenanfälligkeit erhöhe. „Das Prinzip Diversität sorgt für Stabilität.“, so Burghof zusammenfassend. Gerade für Krisensituationen sei wichtig, dass Länder mit funktionierenden Finanzsystemen solchen mit Problemen helfen könnten; eine Vielfalt an Konzepten innerhalb eines Solidaritätsbundes sei hier äußerst effizient.
Die anschließende angeregte Diskussion mit dem Auditorium wurde von Gethmann moderiert.
Kurzlebenslauf
Professor Dr. oec. publ. Hans-Peter Burghof
Lehrstuhl für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen, Universität Hohenheim, Stuttgart
1984–1988 Ausbildung zum Bankkaufmann und Berufstätigkeit bei der Kreissparkasse Neuwied
1988–1993 Studium der Volkswirtschaftslehre an der Rheinischen Friedrich Wilhelms-Universität Bonn
1993–1998 Promotion in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig Maximilians-Universität München
2002/2003 Habilitation an der Ludwig Maximilians-Universität München; Ernennung zum Universitätsprofessor
Forschungs- und Lehrtätigkeit
ab 1998 wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Kapitalmarktforschung und Finanzierung an der Ludwig Maximilians-Universität München
2002–2003 Lehrtätigkeit an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für das Fach Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Bankbetriebslehre
seit 2003 Lehrstuhlvertretung cum spe, seit 2003 Professur an der Universität Hohenheim für das Fach Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen
- Dokumente
PM_KSK_Burghof_07042011.pdf (211 KB)


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