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10.02.12

Effizienzdenken und moralische Verpflichtung im Gesundheitswesen

12.–13.6.2003

Die kontroversen Diskussionen um die Reform des Gesundheitswesens in Deutschland sind durch einen grundsätzlichen Antagonismus zwischen ökonomischem Effizienzdenken und moralischen Ansprüchen, die aus den normativen Implikationen des Arzt-Patient-Verhältnisses abgeleitet werden, geprägt. Diese Diskussionslage verlangt nach einer gründlicheren Reflexion des Verhältnisses von ökonomischen und ethischen Kategorien. Grundsätzlich besteht hier nämlich kein zwingender Gegensatz. So kann durchaus in bestimmten Kontexten von einer moralischen Verpflichtung zu effizientem Handeln gesprochen werden, während andererseits effiziente Handlungsstrategien durch eine „kluge“ Rücksichtnahme auf moralische Normen ausgezeichnet sein können.

Das Fachgespräch, das die Europäische Akademie gemeinsam mit dem Medizinisch Philosophischen Arbeitskreis des Allgemeinen Krankenhauses Hagen GmbH und dem forum philosophicum an der FernUniversität in Hagen durchführte, hat versucht, die antagonistische Frontstellung zu überwinden, indem die begrenzte Berechtigung und Komplementarität ökonomischer und ethischer Kategorien aus ökonomischer, juristischer, medizinischer und ethischer Sicht aufgewiesen wurden. Ferner wurden Schlussfolgerungen für die normativen Grundlagen eines demokratischen Gesundheitswesens gezogen.

Teilnehmer: Dr. med. Dietmar Herberhold (Wetter), Priv.-Doz. Dr. Rainer Souchon (Hagen), Professor Dr. Hans-Heiner Raspe (Lübeck), Priv.-Doz. Dr. Dr. Nikola Biller-Adorno (Genf), Dr. Ullrich Freudenberg (Essen), Professor Dr. Martin Kolmar (Mainz), Professor Dr. Carl Friedrich Gethmann (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

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