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01.08.10

Alterung und Gesundheitskosten – eine neue Sicht

14.6.2000 Professor Dr. Peter Zweifel (Zürich) 

Immer wieder wird von Gesundheitsexperten, Politikern und Medien der rasant steigende Anteil betagter Menschen in der Bevölkerung für die rasch anwachsenden Kosten des Gesundheitswesens in Deutschland verantwortlich gemacht.

Professor Zweifel ging mit seinem Vortrag auf diese gängige These ein und belegte anhand von Studien, dass die letzte Phase vor dem Ableben eines Patienten extrem hohe Kosten erzeugt – unabhängig vom Alter der Person. Seine Annahmen werden auch von britischen und US-amerikanischen Untersuchungen unterstützt.

Er leitete daraus ab: “Nicht die Rationierung ist die Lösung der Probleme, sondern der Umgang mit dem Tempo des medizinisch-technischen Fortschritts.” Professor Zweifel schlug vielmehr eine Art “Selbstrationierung” vor, die den Abschluss von Krankenversicherungsverträgen vorsieht, in denen der Patient auf die neueste High-Tech-Medizin im letzten Stadium seines Lebens verzichten kann. Dafür wird er mit günstigen Prämien “belohnt”.

Dr. rer. pol. Peter Zweifel ist ordentlicher Professor für Theoretische und Praktische Sozialökonomie an der Universität Zürich und Leiter des Sozialökonomischen Instituts. Seit 1996 ist er Mitglied der schweizerischen Wettbewerbskommission und Gastprofessor an der University of California at Santa Barbara. 

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