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Ethische Probleme der Humangenetik: Prädiktive Diagnostik
Frühjahrstagung 1998:
19.–20.3.1998, Bad Neuenahr-Ahrweiler
Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung wird die prädiktive Diagnostik einer der Bereiche sein, in dem sich aus der humangenetischen Forschung unmittelbar neue Möglichkeiten der klinischen Anwendung entwickeln werden. Gravierende ethische Fragen treten jedoch schon mit der ersten diagnostizierbaren genetisch bedingten Krankheit auf. Solche Fragen sind beispielsweise: Was sind die Konsequenzen einer genetischen Krankheitsdisposition? Reichen die derzeitigen gesetzlichen und freiwilligen Maßnahmen aus? Wann ist eine genetische Untersuchung auf Erbkrankheiten hin geboten, auch wenn es derzeit keine Therapieansätze gibt? Wer hat das Recht auf Wissen am individuellen Genom? Wie wird „Zwangsdiagnose“ von Angehörigen verhindert? Gibt es für den Patienten ein Recht auf Nicht-Wissen? Wie wäre dieses zu operationalisieren? Was bedeuten Patientenautonomie und informierte Zustimmung bei der prädiktiven Diagnostik? Sind Reihenuntersuchungen sozialverträglich durchführbar? Führt die prädiktive Diagnostik zur Entwicklung von Strategien der somatischen Gentherapie?
Referenten:
Professor Dr. Claus Bartram (Universität Heidelberg) „Prädiktive Diagnostik von Krankheiten. Eine interdisziplinäre Aufgabe“, Dr. jur. Hans-Georg Koch (Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht Freiburg i. Br.) „Humangenetik und Recht“, Professor Dr. med. Eberhard Passarge (Universitätsklinikum Essen) „Krankheiten des Menschen aus genetischen Ursachen“, Professor Dr. phil. Armin Wildfeuer (Fachhochschule für Sozialwesen Paderborn) „Menschenwürde und prädiktive Diagnostik“, Professor Dr. Carl Friedrich Gethmann (Europäischen Akademie) „Krankheit als ethisches Kriterium?“


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