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Transformation von Menschenbildern im Informationszeitalter
Bad Neuenahr-Ahrweiler, 28. März 2009. – Am 26. und 27. März fand in Bad Neuenahr-Ahrweiler die Tagung „Transformation von Menschenbildern im Informationszeitalter“ statt. Sie wurde von der Europäischen Akademie GmbH und der Philipps-Universität Marburg veranstaltet und nahm Bezug auf das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt „Die forschungsleitende Funktion informationswissenschaftlicher Metaphern und ihre Relevanz für die Transformation von Menschenbildern“.
Metaphern, die in die informations- und lebenswissenschaftliche Forschung eingehen, sind aus der heutigen „Wissensgesellschaft“ nicht mehr wegzudenken und beständig kommen neue hinzu. Begriffe wie „Information“, „Gen“, „Programm“ oder „Code“ bestimmen nicht nur die Forschung in verschiedenen bio-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen, sondern beeinflussen zugleich die Konstitution und Veränderung von Menschenbildern in Wissenschaft und Gesellschaft. Die dabei in die Forschung eingebrachten anthropologischen Annahmen wie Konsequenzen müssen kritisch analysiert und nach ihren Geltungsbedingungen hinterfragt werden, um zu einem angemessenen Verständnis vom Menschen zu gelangen. Dies betrifft Verwendungsweisen und -möglichkeiten des Informationsbegriffs sowie eine methodologisch und philosophisch gesicherte Rekonstruktion des Gebrauchs von Metaphern und Modellen in denjenigen Forschungsbereichen, in denen mit einem impliziten Verständnis vom Menschen gearbeitet wird.
Die an der Frühjahrstagung beteiligten Referenten waren Fachwissenschaftler aus den Bereichen Informatik, Biologie und Philosophie; sie befassten sich mit der Bedeutung metaphorischer Ausdrücke, die vor allem in der neuesten biologisch-genetischen Forschung im Zusammenhang mit Menschenbildern benutzt werden.
In der ersten Sektion „Naturwissenschaftliche Metaphern und Menschenbild“ ging es um den Informationsbegriff in der Biologie; dabei wurde deutlich, dass es nur sinnvoll ist, von einem semantisch aufgeladenen Informationsbegriff zu sprechen, wenn es einen zur Interpretation fähigen Beobachter gibt. In der zweiten Sektion wurden implizite Annahmen von Menschenbildern im Zusammenhang von Technologie und Wissen am Beispiel von Robotik und „Ambient Computing“ diskutiert. So stellen sich in einer Umwelt, in der es zunehmend mehr Schnittstellen zwischen Mensch und Computer gibt (z. B. „Facebook“ oder „Second Life“), Fragen nach dem Nutzen dieser erweiterten Möglichkeiten. Den Abschluss der Tagung bildeten philosophische Perspektiven auf den Gebrauch von Metaphern für ein reflektiertes Verständnis vom Menschen; besonders wurde deren Rolle für eine Kritik der Annahmen, die in der aktuellen lebenswissenschaftlichen Forschung gemacht werden, hervorgehoben.
Im Rahmen der Tagung wurde außerdem Professor Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann, Direktor der Europäischen Akademie, die Festschrift „Erkennen und Handeln“ (hrsg. von G. Kamp und F. Thiele, Fink Verlag) überreicht, die zahlreiche wissenschaftliche Weggefährten anlässlich seines 65. Geburtstags verfasst haben.
Wissenschaftliche Koordinatoren der Konferenz:
Dipl.-Päd. Ulrike Henckel und Thomas Engel, M.A., Europäische Akademie GmbH, Bad Neuenahr-Ahrweiler;
Professor Dr. phil. Dr. phil. nat. Mathias Gutmann, Universität Karlsruhe.
Referenten:
Professor Dr. rer. nat. Jürgen Bereiter-Hahn, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt;
Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Michael Decker, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruhe;
Professor Dr. phil. Matthias Jung, Ruhr-Universität Bochum;
Professor Dr. phil. Geert Keil, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen;
Professor Dr. rer. nat. Hans-Jörg Rheinberger, Max-Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin;
Professor Dr. rer. nat. Sarah Spiekermann, Humboldt-Universität zu Berlin.


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