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10.02.12

Die Zukunft der wissenschaftlich-technischen Kultur. Wege aus der Orientierungskrise

Herbsttagung 1998:
23.–25.9.1998, Bad Neuenahr-Ahrweiler

Die europäische Moderne ist durch die Überzeugung getragen, dass eine Lebensform realisiert werden kann, die die Prinzipien der Humanität und Rationalität vereint. Die Suche nach dieser Einheit hat eine eigentümliche Komplexion aus aufklärerischem Universalismus, prinzipieller Diskursivität, Fortschritt von Wissenschaft und Technik, demokratischer Willensbildung und öffentlicher Meinungsbildung hervorgebracht.

Gegenwärtig sieht sich diese wissenschaftlich-technische Kultur, die sich im Abendland in einem Jahrtausende dauernden Prozess als die in Europa dominierende Lebensform herausgebildet hat, mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die in der Summe eine Krisensituation erzeugt haben. Technische Risiken und Umweltzerstörung, ökonomische und politische Folgen des Globalisierungsprozesses, Skepsis gegenüber den Folgen wissenschaftlicher Erkenntnis, postmoderne Auflösung des Rationalitätsverständnisses, Kritik am Eurozentrismus vermeintlich universeller normativer Orientierungen (wie der Menschenrechte) u.a. haben anscheinend die Grundlagen der Moderne erschüttert. In dieser Situation wird die Frage nach neuen gesellschaftlichen Entwürfen gestellt, die die wissenschaftlich-technische Kultur abzulösen in der Lage sind; zugleich aber besteht ein tiefes Misstrauen gegenüber großen Utopien, die nach dem Untergang des real existierenden Sozialismus jeden Kredit verloren zu haben scheinen.

Referenten:
Professor Dr. Hermann Lübbe (Universität Zürich) „Was sind die Kosten der Modernisierung und wer bezahlt sie?“, Professor Dr. Carl Friedrich Gethmann (Europäische Akademie) „Die Krise des abendländischen Vernunftprojekts“, Professor Dr. Peter Janich (Universität Marburg) „Die Gegenwart der Aufklärung und die Aufklärung der Gegenwart“, Professor Dr. Norbert Bolz (Universität Essen) „Zukunft des Wissens und das Wissen der Zukunft“, Professor Dr. Klaus Michael Meyer-Abich (Universität Essen) „Welche Wissenschaft erfordert die ökologische Krise?“, Professor Dr. Lothar Schäfer (Universität Hamburg) „Welche Wissenschaft erfordert die ökologische Krise?“, Professor Dr. Ulrich Steger (European Business School Oestrichwinkel) „Globalisierung und die Wirtschaft der Zukunft“, Professor Dr. Gert Schmidt (Universität Erlangen-Nürnberg) „Globalisierung und die Gesellschaft der Zukunft“

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