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04.02.12

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Business Ethics of Innovation

Herbsttagung 2005:
11.–13.9.2005, Schloss Engers, Neuwied-Engers

„Welche Rolle spielen Unternehmen, wenn es darum geht, neue Problemlösungen zu entwickeln und anzubieten?“. Dieser Frage widmete sich die diesjährige Herbsttagung „Business Ethics of Innovation“ der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler, die vom 11.–13.September auf Schloss Engers bei Koblenz stattfand. Themenschwerpunkte der Tagung waren: 1. Business Ethics and Innovation, 2. Business Ethics of Pharmaceutical Innovations und 3. Business Ethics of IT Innovations.

„Unternehmen sollten zum Gemeinwohl beitragen, indem sie aktiv Konflikte lösen, die sich aus ihren gewinnorientierten Strategien ergeben.“ Mit dieser Forderung begann Professor Horst Steinmann, Nürnberg, den Eröffnungsvortrag. Unternehmen sollen sich auch an der Gestaltung des Rahmens beteiligen, in dem sie handeln. Diese Forderung wurde von Professor Dirk Matten, London, aufgegriffen. Laut Matten könne man feststellen, dass Unternehmen schon heute in bestimmten Zusammenhängen Aufgaben übernähmen, die traditionell als politische verstanden werden. Unternehmensethik habe die Aufgabe, diese neuen Aufgaben theoretisch zu stützen. Dazu müsse man die Governance Diskussion aufnehmen, in der die Bedeutung informeller Anteile politischer Entscheidungsprozesse bearbeitet wird.

Dr. Andreas Seiter, Weltbank Washington, berichtete über viele Anstrengungen von Unternehmen, den Konflikt zwischen Gewinnprinzip und Verfügbarkeit in Entwicklungsländern zu lösen. Besonders wichtig sei es, die Medikamente durch eine angemessene Infrastruktur den Patienten zur Verfügung zu stellen. Oftmals existierten weder angemessene Möglichkeiten der Lagerung noch ein Distributionsnetz.
Bevor diese Probleme gelöst werden können, müssten die Medikamente überhaupt entwickelt worden sein. So wies Professor Michael Selgelid, Sydney, darauf hin, dass Medikamente für viele Krankheiten gar nicht entwickelt würden, weil die Betroffenen nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügten, um einen für Firmen interessanten Markt darzustellen. Die ethischen Fragen, die während der Entwicklung neuer Medikamente auftreten, wurden von Professor Margaret Eaton, Stanford, erläuterte. So müssten Unternehmen ihre neuen Medikamente möglichst früh auf den Markt bringen, dürften aber selbstverständlich erst mit der klinischen Erprobung beginnen, wenn alle vorhergehenden Erprobungsschritte abgeschlossen seien.

Weitere Referenten der Tagung waren Professor Rainer Kuhlen, Konstanz und Professor Markus Nuettgens, Hamburg.
Die Ergebnisse der Tagung werden in der Reihe „Wissenschaftsethik und Technikfolgenbeurteilung“, die vom Direktor der Europäischen Akademie im Springer Verlag herausgegeben wird, veröffentlicht.

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