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29.06.17

Industrie 4.0: Projektpartner treffen sich in Polen, Tschechien und Slowenien

Donnerstag, 23. März 2017

Prof. Dr. Gerhard Banse, Foto: Czech Academy of Sciences, Prag

Welche Auswirkungen hat die vierte industrielle Revolution auf die Gesellschaft? Wie verändert die Digitalisierung den Alltag der Menschen? Damit befasst sich das Forschungsprojekt „Industrie 4.0 in Mittel-, Süd- und Osteuropa aus Perspektive der Technikfolgenabschätzung und des Vision Assessment“, kurz IND_4.0. Der stellvertretende Direktor der EA European Academy, Dr. Stephan Lingner, sowie der EA Technikphilosoph Prof. Dr. Gerhard Banse nahmen von Januar bis März an insgesamt drei Auftakttreffen mit osteuropäischen Projektpartnern teil. Dabei standen die intensivere Vernetzung, die Ziele des Projekts und dessen weitere Planung im Fokus.

Ende Januar/Anfang Februar fand das erste Treffen an der Schlesischen Politechnischen Universität in Gliwice mit elf Partnern unterschiedlicher Disziplinen aus ganz Polen statt. Angeführt wurde das Treffen vom dortigen Delegationsleiter Prof. Dr. Andrzej Kiepas. Das zweite Treffen wurde dann Anfang März an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag veranstaltet. Insgesamt waren drei Partner aus der Region anwesend, angeführt wurde dieses Treffen vom Techniksoziologen Dr. Petr Machleidt. Begleitend hielt auf Einladung des Akademie-Präsidenten Prof. Dr. Jiri Drahos  EA Wissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Banse einen Vortrag über das Spannungsfeld „Science – Policy – Society Dialogue“ auf dem „Prague Forum on the Perspectives of European Non-University Research beyond 2020”. Dabei ging er auch auf das Beispiel „Industrie 4.0“ ein, das immer in sozialer, kultureller, ökonomischer und politischer Einbettung zu verstehen ist. Prof. Banse plädierte in dem Zusammenhang für eine stärkere Integration der Innovationsforschung mit den Ansätzen der Technikreflexion und des „Vision Assessment“.

Das dritte Treffen fand Mitte März an der Universität Ljubljana mit sechs Partnern der ökonomischen Fakultät statt. Organisiert wurde das Treffen von Dr. Marija Drenkovska (Bank of Slovenia) und Prof. Tjasa Redek (Universität Ljubljana). Auf Einladung von Fr. Prof. Redek beteiligte sich der stellvertretende Direktor der EA European Academy, Dr. Stephan Lingner, am Fakultätsseminar zum Thema „Industry 4.0 – Social, Anthropological and Ethical Aspects of an Envisioned Innovation“. Ausgangspunkt seines Diskussionsbeitrags war die These, dass Industrie 4.0 einerseits eine höhere Wettbewerbsfähigkeit auf globalen Märkten verspricht, andererseits aber auch bestehende ökonomische und soziale Systeme infrage stellt. Vor diesem Hintergrund wurde erörtert, welche Konsequenzen die vierte industrielle Revolution für Mensch und Gesellschaft hat und welche Rolle dabei der der Mensch in einer weitgehend automatisierten Arbeits- und Lebenswelt spielt.