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17.07.19

Margarete Gebauer – Ausstellung in der Europäischen Akademie

Bad Neuenahr-Ahrweiler, 14.10.2004. – In den Räumen der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr- Ahrweiler GmbH wird heute die Ausstellung der Werke von Margarete Gebauer eröffnet. Aktueller Mittelpunkt des Schaffens von Margarete Gebauer sind Darstellungen des nackten, weiblichen Körpers. Auf großformatige Leinwände trägt Margarete Gebauer die Farbe fast ausschließlich mit dem Spachtel auf, dabei ist ihre Malerei geprägt von Spontaneität. Ihre Bilder sind nicht vordergründig. In mehreren Schichten aufgetragen, entsteht eine Stofflichkeitswirkung bis hin zum greifbaren Relief. Es erwachsen lebendige Strukturen, die zum Entdecken, Verweilen einladen. Und doch geht von diesen Werken eine unendliche Ruhe aus.?Das Herz ist ein immer wiederkehrendes Symbol in Gebauers Werk, sowohl in ihren Gemälden als auch in ihren Plastiken taucht es auf. Das Herz gilt als Sitz des Lebensprinzips und der Gefühlaffekte. Es steht für die Emotionen Zuneigung, Verlangen und Liebe, aber auch für Ablehnung, Hass und Widerstreben. So wirkt das Gemälde: „Frühling auf Mallorca“ auf den ersten Blick leicht und heiter, unterstützt wird dieser Eindruck noch durch die Farbigkeit: die Aufmerksamkeit erregenden Signalfarben sind hellen, warmen Gelbbraunund Grüntönen gewichen, doch auch hier führt der Mensch wieder einen Dialog mit sich selbst, er wird konfrontiert mit seiner Gefühlswelt, seinen Emotionen; auch wenn es scheint als seien diese hier „friedlicher Natur“.?Die Serie von Frauenakten entstand während und nach einem Mallorcaaufenthalt vor 2 Jahren. Deutlich ist der Einfluss dieser kreativen Phase in ihren Bildern zu spüren. Reduzierter in Form und Farbe, die Körper plastisch herausgearbeitet, läutet die Reihe der Frauenakte in ihrer sinnlichen Körperlichkeit eine neue Schaffensperiode im Gesamtoeuvre Gebauers ein. Ohne Scheu präsentieren sich die unbekleideten Frauenkörper dem Auge des Betrachters, laden die Bilder ein, sich auf sie einzulassen, losgelöst vom gängigen Schönheitsideal und frei von gesellschaftlichen Zwängen. Die Aktdarstellung, eines der ältesten Themen in der Geschichte der Kunst, hat bis heute nichts von seiner Brisanz verloren. Das Motiv des nackten Körpers bietet eine schier unerschöpfliche Fülle von Möglichkeiten, die Sicht des Menschen auf sich selbst, seine Wünsche, Ziele, Träume, Ängste und Hoffnungen darzustellen.?Margarete Gebauers Kunst beginnt mit dem Erfassen und Werten der eigenen Situation, mit dem Wahrnehmen der Innen- und Außenwelt. Ihre Werke sind wortlos und doch ergreifen sie Partei, schreien uns an oder bewegen uns still, fordern Resonanz, Widersprüche und Antworten. Sich in ihre Denkwelt hineinzufühlen, bringt Klarheit und fordert heraus. Wenn man Kunst als schmückendes Beiwerk zum Leben ansieht, als Dekoration für die Raumgestaltung, kann man getrost an Margarete Gebauers Kunstwerken vorbeigehen. Wenn man aber wie Antoni Tapies der Meinung ist, „dass Kunst in die Gedankenwelt anderer Menschen führen sollte, man durch Kunst seine eigene Persönlichkeit finden kann, dass Kunst die eigene Phantasie anregen sollte, ihr neue Wege zeigen und sie sogar beflügeln kann“, dann sollte man auf die Kunst von Margarete Gebauer zugehen.